Factoring als Weg zur Unternehmenssicherung

by Torsten on April 18, 2012

Forderungs- und Schuldenabbau

Jedes Unternehmen mit einem mehr oder minder großen Kundenstamm erstellt den Abnehmern seiner Produkte oder Leistungen Rechnungen, die gleichzeitig die Forderungen des Unternehmens gegenüber diesen repräsentieren. Der Forderungsbestand eines Unternehmens wird zwar in der Bilanz auf der Aktivseite ausgewiesen, schränkt aber die Liquidität des Unternehmens ein. Es ist gezwungen zu warten, bis die Kunden diese Forderungen begleichen.

Andererseits sind die meisten Unternehmen gezwungen, Kredite zur Sicherung des laufenden Betriebs oder zusätzlicher Investitionen aufzunehmen. Ein hoher Forderungsbestand und Kreditschulden gehen zu Lasten der Zahlungsfähigkeit.
Die Erhöhung der Liquidität und ein Raus aus den Schulden bedeutet für viele Unternehmen die Notwendigkeit eines konsequenten Abbaus des Forderungsbestandes. Den Forderungsbestand durch Verkürzung der Zahlungsfristen erreichen zu wollen, stellt sich als illusorisch heraus, da der Kunde an günstigen, d.h. möglichst langen Zahlungszielen, interessiert ist. Eine Verkürzung derselben würde ihn ins Lager der Konkurrenten treiben. Ein weitaus günstigerer Weg ist es, den Forderungsbestand dadurch zu reduzieren, dass man ihn oder Teile desselben verkauft. Dieser Vorgang wird als Factoring bezeichnet.

Factoring

Unter Factoring ist also der Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an ein Factoringinstitut zu verstehen. Der Verkäufer von Forderungen wird als Factoringnehmer oder auch als Anschlusskunde bezeichnet. Für das ankaufende Institut wird der Begriff Factor gebraucht. Factoringinstitute sind Firmen, die sowohl auf nationaler Ebene, aber auch im internationalen Rahmen operieren und große Erfahrungen um Verwerten von Forderungen haben. Für die Abnahme der Forderungen durch den Factor muss der Factoringnehmer Zinsen und Gebühren bezahlen, da es sich ja um eine Art von Kreditgeschäft handelt.

Funktionen und Vorteile des Forderungsverkaufs

Neben der Finanzierungsfunktion durch Ankauf von Buchforderungen spielt die sogenannte Delkrederefunktion eine nicht unerhebliche Rolle. Sie bedeutet eine Übernahme des Risikos von Forderungsausfällen durch den Factor. Oftmals werden gerade Forderungen, die sich schwer eintreiben lassen, von darauf spezialisierten Factoringinstituten angekauft, allerdings mit sehr hohen Zinsen und Gebühren.
Vor allem für kleinere Unternehmen besteht eine weitere Funktion darin, dass das Factoringinstitut bei teilweiser oder sogar vollständiger Übernahme des Forderungsbestandes die Debitoren(Schuldner)buchführung übernimmt, und den Factoringnehmer auch verwaltungsseitig entlastet.

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